Japanisches Melonpan: fluffig, süß und unwiderstehlich gut© Midjourney: Dieses Bild wurde mit Hilfe einer KI erstellt.

Japanisches Melonpan: fluffig, süß und unwiderstehlich gut

Sei der Erste, der dieses Rezept bewertet!
Anzeige
Dominique Birkelbach

Dominique Birkelbach

Redaktionsteam bei Kitchen Stories

Wenn du durch die Straßen Tokios oder Kyotos spazierst, zieht dich der Duft aus den unzähligen kleinen Bäckereien fast magisch an. Die japanische Backkunst perfektioniert das Spiel mit weichen Texturen und subtiler Süße. Ein absolutes Highlight in den Auslagen ist das sogenannte Melonpan. Dieses kleine runde Gebäck vereint zwei Welten in einem einzigen Bissen. Im Inneren verbirgt sich ein unglaublich weicher und luftiger Hefeteig, während die Außenseite von einer knusprigen Schicht aus Mürbeteig umhüllt wird. Wer diese Kombination aus fluffig und kross einmal probiert hat, versteht sofort die enorme Beliebtheit dieser süßen Brötchen.

Melonpan: Melonenbrot ganz ohne Melone

Der Name weckt oft falsche Erwartungen. Wer bei seinem ersten Bissen in den Klassiker eine fruchtige Füllung oder ein intensives Melonenaroma erwartet, wird überrascht sein. Das traditionelle Gebäck schmeckt überhaupt nicht nach Frucht. Die Bezeichnung leitet sich ausschließlich von der Optik ab. Bevor die Teiglinge in den Ofen wandern, wird die äußere Keksschicht mit einem Rautenmuster eingeritzt. Nach dem Backen erinnert die goldbraune und leicht aufgerissene Oberfläche stark an die raue Schale einer Cantaloupe-Melone. Geschmacklich bewegt sich das Original eher in der Richtung eines feinen Milchbrötchens mit einer buttrigen Streuselkruste. Mittlerweile gibt es in Japan zwar unzählige moderne Varianten mit Matcha, Schokolade oder tatsächlich auch mit Melonencreme, aber die schlichte Basisversion bleibt unübertroffen.

Die Zubereitung erfordert ein wenig handwerkliches Geschick und vor allem Geduld beim Ruhenlassen. Das Geheimnis der unvergleichlichen Textur liegt in der Kombination der beiden unterschiedlichen Teige. Zuerst bereitest du einen reichhaltigen Hefeteig zu, der mit Milch und Butter angereichert wird. Dieser Teig braucht ausreichend Zeit zum Aufgehen, damit er später im Ofen seine charakteristische weiche Krume entwickelt. Parallel dazu knetest du einen simplen Keksteig zusammen. Dieser wird gekühlt, in kleine Portionen geteilt und zu dünnen Kreisen ausgerollt. Jeder aufgegangene Hefeteigling bekommt dann eine solche Teigkappe aufgesetzt.

Der entscheidende Schritt passiert direkt vor dem Backen. Die äußere Hülle wird vorsichtig mit einem Messer oder einer Teigkarte gitterförmig eingeritzt und anschließend oft noch in feinem Zucker gewälzt. Im heißen Ofen dehnt sich der innere Hefeteig stark aus. Das eingeritzte Muster in der Kruste sieht nicht nur hübsch aus, sondern erfüllt eine wichtige physikalische Funktion. Es gibt dem Keksteig den nötigen Raum zur Ausdehnung, ohne dass die Hülle unkontrolliert aufplatzt. Der Zucker karamellisiert währenddessen leicht und sorgt für den wunderbaren Crunch beim Reinbeißen.

Woher diese geniale Backidee ursprünglich stammt, lässt sich heute nicht mehr mit absoluter Sicherheit sagen. In der kulinarischen Forschung wird ein starker Einfluss westlicher Backtraditionen vermutet, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan populär wurden. Es gibt eine unverkennbare optische und technische Verwandtschaft zu den mexikanischen Conchas oder auch zu den Pineapple Buns aus Hongkong. In japanischen Backstuben wurden diese Inspirationen aufgenommen und an den lokalen Geschmack angepasst. Das Ergebnis ist ein völlig eigenständiges Meisterwerk der Backkunst.

Am besten schmecken die süßen Brötchen, wenn sie ganz frisch aus dem Ofen kommen. Die Kruste ist dann noch maximal knusprig und das Innere dampft leicht beim Aufbrechen. Dazu passt eine Tasse grüner Tee oder ein starker Kaffee ganz hervorragend. Wenn du die Brötchen am nächsten Tag essen möchtest, kannst du sie für wenige Minuten im Ofen aufbacken. So wird die äußere Schicht wieder schön kross und der Hefeteig erhält seine weiche Beschaffenheit zurück.

Für noch mehr süße Gebäckstücke solltest du unbedingt auch Churro-Cupcakes mit Zimt-Zucker und Karamell-Frosting, Jagodzianki oder Zimtzucker-Brezeln probieren.

Aufwand
Einfach 👌
Zubereitung
25 Min.
Backzeit
15 Min.
Ruhezeit
90 Min.

Zutaten

2Stück
Für den Hefeteig:
20 ml
Milch
50 g
Weizenmehl (Type 550)
1⅜ g
Trockenhefe
8 g
Zucker
¼ Prise
Salz
¼
Ei
Für die Kruste:
18 g
Zucker
¼
Ei
38 g
Weizenmehl (Type 550)
1 g
Kartoffelstärke
TL
Backpulver
Zum Bestreuen:
¾ EL
Zucker
Anzeige
  • Schritte 1/14

    Gieße für den Hefeteig die Milch in einen kleinen Topf. Gib die Butter dazu und erwärme alles auf niedriger Hitze, bis die Butter vollständig geschmolzen ist. Lass die Mischung danach kurz abkühlen.

  • Schritte 2/14

    Vermenge in einer großen Schüssel Mehl, Hefe, Zucker und Salz.

  • Schritte 3/14

    Schlage das Ei in die lauwarme Milch-Butter-Mischung und verrühre es gründlich. Gieße den Topfinhalt langsam in die Schüssel mit den trockenen Zutaten.

  • Schritte 4/14

    Vermenge alles gründlich miteinander. Knete den Teig anschließend auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche für 6-7 Minuten, bis er glatt und elastisch ist. Füge etwas Mehl hinzu, falls der Teig zu klebrig ist.

  • Schritte 5/14

    Forme den Teig zu einer Kugel und lege sie in eine Schüssel. Bedecke sie mit einem sauberen, leicht feuchten Küchentuch und lass den Teig an einem warmen Ort für 1 Stunde gehen, bis er sich verdoppelt hat.

  • Schritte 6/14

    Schlage für den Keksteig die weiche Butter mit dem Zucker cremig. Gib das Ei dazu und verrühre alles, bis es eine glatte Masse ergibt.

  • Schritte 7/14

    Füge Mehl, Kartoffelstärke und Backpulver hinzu und verknete den Teig zu einer gleichmäßigen, glatten Kugel.

  • Schritte 8/14

    Rolle den Teig zu einer Wurst aus und teile sie in 10 gleich große Stücke auf. Forme daraus Kugeln und stelle sie abgedeckt in den Kühlschrank.

  • Schritte 9/14

    Knete den Hefeteig, sobald er vollständig aufgegangen ist, kurz durch. Teile ihn ebenfalls in 10 gleiche Portionen auf und forme auch aus ihnen Kugeln. Setze sie mit etwas Abstand zueinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech.Tipp: Statt Backpapier kannst du auch eine wiederverwendbare Backmatte 🛒 nutzen.

  • Schritte 10/14

    Drücke die Keksteigkugeln flach und rolle sie mit einem Nudelholz zu etwa 10 cm großen Kreisen aus.

  • Schritte 11/14

    Platziere die Kreise auf den Hefeteigkugeln und presse sie sanft an. Der Keksteig sollte oben und an den Seiten anliegen, den Boden aber nicht vollständig bedecken.

  • Schritte 12/14

    Gib den Zucker für das Topping in eine kleine Schüssel. Drücke die Keksseite der Hefe-Rohling in den Zucker und platziere sie dann mit etwas Abstand zueinander wieder auf dem Blech. Ritze mit einem Messer vorsichtig ein Gittermuster in die Oberfläche.

  • Schritte 13/14

    Decke das Blech ab und lass die Rohling ein letztes Mal für 30 Minuten ruhen. Heize währenddessen den Ofen auf 180 °C Umluft vor.

  • Schritte 14/14

    Backe die Melonpan für 14-16 Minuten, bis die Oberfläche goldgelb ist. Lass sie vor dem Servieren auf einem Gitter leicht abkühlen.

  • Guten Appetit!

    Japanisches Melonpan: fluffig, süß und unwiderstehlich gut
    © Midjourney: Dieses Bild wurde mit Hilfe einer KI erstellt.

Tags

Anzeige

Mehr Köstlichkeiten für dich

Anzeige